Das System der Zahlenmotivation fuer schwache Menschen



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FNL-Liste

Das Zentrum und der Dreh- und Angelpunkt des System der Zahlenmotivation ist die Freude/Neutral/Leidens-Liste (FNL-Liste): FNL: F steht für Freude, N steht für Neutral, L steht für Leiden. Ich nehme täglich einen neuen kleinen Handzettel, den ich ständig mit mir herumtrage. Nach jeder verstrichenen Stunde schreibe ich auf den Handzettel, ob diese vergangene Stunde für mich Freude, Neutral oder Leiden war. Und zwar indem ich dies in eine Zahl umwandele (deshalb System der Zahlenmotivation). Die Höhe der Zahlen zeigt die Stärke des Empfindens. Die Zahl 0 steht für Neutral. Das sind die Stunden die weder Freude noch Leiden waren. Die Zahl +1 steht für Freude, die Zahl +2 steht für große Freude, die Zahl +3 steht für sehr große Freude, was ich allerdings selten erreicht habe. Die Zahl -1 steht für Leiden, die Zahl -2 steht für großes Leiden, die Zahl -3 steht für sehr großes Leiden. Am Abend rechne ich die Zahlen der Freude, die Zahl der neutralen Stunden und die Zahl des Leidens jeweils zusammen und schreiben sie in eine Freude/Neutral/Leidensliste (FNL-Liste) die ich immer für jeden Monate führe. So weiß ich jeden Tag und jede Woche und jeden Monat und jedes Jahr genau wie ich mich gefühlt habe. Dieses Freude/Neutral/Leidens-Messgerät halte ich für unschätzbar wertvoll für uns schwache Menschen. Wir haben nicht die Intelligenz der Starken und die Lernfähigkeit aus Fehlern für alle Zeiten zu lernen und auch nicht Fähigkeit unsere Freude und unser Leiden immer richtig einschätzen und einzuordnen zu können. Z.B. leiden wir in einer Woche so gewaltig, dass wir uns am liebsten sofort umbringen würden und glauben kaum auch nur noch einen Tag durchhalten zu können. Dann schauen wir in die FNL-Liste und sind vielleicht erstaunt zu sehen, dass wir vor ein paar Wochen eine genauso schreckliche Woche hatten. Und dann sehen wir, dass die nächste Woche danach in der Liste plötzlich gar nicht mehr so schrecklich war und die Woche darauf sogar im positiven Bereich war und dass der Durchschnitt des gesamten Monats wie durch eine Wunder fast im neutralen oder gar positiven Bereich war. Plötzlich hat man wieder Kraft und sagt sich, so grausam die Woche auch war, am Ende des Monats bin ich in der Durchschnitts- summe vielleicht sogar wieder im positiven Bereich, was heißt dass der verbleibende Monat noch etwas Freude bringen kann, wie es auch andere Monate getan haben. Man lernt unheimlich viel über sich selbst. Man lernt, dass manche Monate viel weniger Leiden und mehr Freude als andere bringen und das dies ein sich oft wiederholendes Muster ist, das einem Hoffnung machen kann. Diese FNL-Liste gibt einem einen unglaublichen Trost, obwohl ich natürlich nicht garantieren kann, dass diese FNL-Liste auch anderen schwachen Menschen helfen würde, da auch die schwachen Menschen verschieden sind. Ich habe es erfunden in einer Zeit tiefster Verzweiflung und größten Leidens. Es hat mir eine geheimnisvolle Kraft gegeben, die ich in der Zeit dringend brauchte. Natürlich ändert diese Kraft nichts daran, dass man weiter zu den Schwachen gehört, denn daran kann man nichts ändern. Aber man ist plötzlich viel weniger schwach als vorher. Ein weiterer sehr wichtiger Aspekt der FNL-Liste ist die Fähigkeit die eigene Gefühlslage sehr genau einschätzen und sie mit vergangenen Situationen vergleichen zu können. Das ist für uns schwache Menschen sehr sehr wichtig. Wir haben nicht die starken Nerven wie die Sieger. Wir müssen unsere schwache Seele behüten, schützen und beobachten. Wenn wir z.B. versuchen neue Wege zu gehen, neue Ideen auszuprobieren, so können wir durch die FNL-Liste sofort erkennen, ob der Weg im Vergleich zu früheren Ideen negativere oder positivere Auswirkungen hat. Man sollte den Wert dessen nicht unterschätzten. Gerade wenn man schwach ist bringt man sich leicht in Überbelastungssituationen deren Ausmaß man nicht wirklich genau einschätzen kann, weil einem die Vergleichsmöglichkeit durch die FNL-Liste fehlt. Die Erinnerung ist ein großer Lügner aber die FNL-Liste ist unbestechlich und man kann in ihr erkennen ob man in einer Situation ist, die vor Wochen zu gleichen Gefühlsausschlägen geführt hat und was dies für Gefühlsauswirkungen  in den Folgewochen hatte. Man kann so besser einschätzen, ob man den eingeschlagenen Weg weiter gehen soll oder nicht. Ich wünschte ich hätte die FNL-Liste schon in meiner Kindheit geführt. Ich würde so gerne wissen, ab welchem Schuljahr meine seelische Lage massiv verschlechterte. Wann genau war das und um wie viel war das Leiden ab dem Schuldjahr größer als zuvor. Wie viel Freude hatte ich in den Jahren der Kindheit. Wie viel genau habe ich gelitten Wie viel leide ich heute im Vergleich dazu usw. usw.. Dies ist ein unschätzbar wertvolles Wissen, weil es einem helfen kann, einen falschen Weg nicht weiter zu gehen. Ich hätte z.B. erkannt, dass ich niemals gleich nach der 4. Klasse auf die Realschule hätten gehen sollen. Meine Vermutung ist, dass das der Kardinalfehler war. Ich kann es aber leider nicht mit Sicherheit sagen, weil ich keine FNL-Liste geführt habe und somit nur den grauen Schleier der ungenauen Erinnerung habe. Ich glaube wenn ich die FNL-Liste hätte, würde sofort erkennen können wie der Bruch war. Leider für mich zu spät. Aber auch heute schaue ich regelmäßig in die seit mehreren Jahren geführte FNL-Liste und sehe, dass es durchaus erkennbare Erfolge und seelische Stabilisierungstendenzen gibt, die mir ohne die Liste gar nicht aufgefallen wären, weil man einfach zuviel vergisst und in der Erinnerung verklärt. Ich könnte heute ohne die FNL-Liste nicht mehr leben und ich glaube ich hätte mit dieser Liste in der Vergangenheit weniger leiden müssen. Die FNL-Liste ist wie ein Schild das einem ein Gefühl von Schutz gibt, wenn es vielleicht auch nur eine Illusion ist. Der Handzettel sieht wie folgt aus (fiktives   Beispie für einen Tag):

0,-1,-2,-1,0,0,0,0,0,+1,0,0,0,+1,0,0,0 2 Stunden Leiden, 1 Stunde großes Leiden,

2 Stunden Freude, 12 Stunden Neutral

Ich trage das wie folgt in die FNL-Liste ein, die ich auf ein kariertes DinA4

Blatt für jeden Monate zeichne: 31 Spalten, 8 Zeilen

Monats Durchschnitt:                                                                             +0,4

Wochen Durchschnitt: -0,14

Summe -2 -1 0 -2 -1+3 +2

           F +2

Dez   N 12

2007 L -4

              1. 2. 3. 4. 5. 6. 7.

             MoDiMiDOFrSASO

 

Dies wäre jetzt ein Beispiel für den erstaunliche Effekt, dass man am Montag einen nicht so guten Tag hatte und eine negative Summe von -2 also ein Überschuss des Leidens hatte, aber auf die Woche gerechnet durch die Freude am Wochenende einen Wochendurchschnitt erreicht der nur minus -0,14 beträgt. Man hat also auf eine Woche gesehen im durchschnitt nur einen geringen Leidensüberschuss und damit im Durchschnitt nur leicht gelitten. Und das ist tatsächlich ein Trost auch wenn man sofort denkt Schwachsinn. Diese Zahl ist dann wirklich etwas, das Hoffnung gibt, weil man sonst nur die negative Erinnerung der schrecklichen Woche hat und keine Zahl, die dies relativiert. Und so kann es dann auch passieren, dass man plötzlich den Wunsch hat am Ende der Woche einen positiven Wert zu sehen und man versucht ein bisschen Freude zu haben indem man z.B. ein Bier trinkt. Schon hat man eine Stunde der Freude die die Statistik wieder ein bisschen verbessert. Man lernt so Freude zu produzieren und Leiden manchmal zu vermeiden. Man denkt an seine Statistik und daran welche Folgen ein sich in düstere Gedanken hineinsteigern in der Vergangenheit hatte. Die Liste sagt es einem unbestechlich. Ich glaube diese FNL-Liste ist vielleicht eine Umsetzung des Prinzips Yin und Yang. Man sucht den Ausgleich. Wenn so ein Gewinner nur Freude kennt, wie es bei einem entfernten Verwandten (ein so genannter Sonnenschein/ Sonnyboy) der Fall war, kann dies auch schädlich sein. Er hatte das Leiden das wir Schwachen gelernt haben nie lernen müssen. Bis zu dem Zeitpunkt als ihn seine Frau verlassen hat. Dann hat er sich in der Garage ins Auto gesetzt und den Motor angeschaltet. Diese Gefühl des extremen Leidens war ihm unbekannt. Es war dieser extreme Kontrast der Gefühle den er nicht überleben konnte. Wir Schwachen können in dieser Hinsicht durchaus auch mal stärker sein als ein Gewinner.

15.12.07 18:15
 


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bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Onkel Peter / Website (15.12.07 20:11)
Hallo Kneisl,
ein schöner Text!
Für deinen Blog wünsche ich Dir viel Erfolg!

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