Das System der Zahlenmotivation fuer schwache Menschen



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Die Angst

Viele von uns Schwachen haben mit starken Ängsten zu kämpfen. Uns wird dann gesagt, habe keine Angst, entspanne dich, benutze Entspannungstechniken wie Muskelentspannung, Atemübungen, autogenes Training. Mir hat das nie geholfen, weil diese Entspannungs- übungen nur die Symptome der Angst bekämpfen, aber nicht die Ursachen der Angst selbst. Manche sind dann so verzweifelt, dass sie sich Medikamente verschreiben lassen. Im Einzelfall kann das zwar helfen, aber auch die Beruhigungsmittel beseitigen nicht die Ursachen der Angst und haben Nebenwirkungen, die uns weiter schwächen und abhängig machen, was uns mittelfristig noch unfähiger macht unsere Angstprobleme zu lösen. Die Ursache der Angst liegt in unserer Schwäche, die wir instinktiv spüren, egal was uns andere wohlmeinend sagen. Diese Schwäche ist leider zu einem großen Teil genetisch bedingt. Das heißt, es gibt für uns keine wirkliche Hoffnung jemals zu völlig angstfreien Menschen zu werden, ganz einfach weil wir dazu keinen Grund haben. Wir sind schwach und leben in einer Welt der Starken. Wir stehen in Konkurrenz mit Menschen die uns überlegen sind. Man müsste schon verrückt sein, wenn man da keine Angst hätte. Der Versuch der Eltern oder anderer Personen, die Angst dadurch zu verringern, dass sie einem einreden, man hätte keinen Grund Angst zu haben, halte ich deshalb für absolut falsch und gefährlich, weil man tagtäglich das Gegenteil dessen spürt. Man hat zu oft im Leben die Erfahrung des Verlierens gegen die Starken gemacht. Man hat zu oft erlebt, welche negativen Folgen es hat, schwächer zu sein. Der Ansatz also, den schwachen Menschen die Angst völlig nehmen zu wollen, ist meiner Meinung nach genauso verrückt und verantwortungslos, wie der Versuch, einem schwachen Tier in einer afrikanischen Zebraherde beibringen zu wollen, es müsse keine Angst vor den Löwen haben. Wir haben Grund Angst zu haben und jeder der uns dies ausreden will, bringt uns in Gefahr. Angst ist also für uns schwache Menschen grundsätzlich absolut richtig und überlebenswichtig. Das Problem ist nur die Höhe der Angst. Wir haben oft soviel Angst, dass wir wie gelähmt sind. Wenn das Zebra vor Angst nicht wegrennen kann, ist es tot. Deshalb geht es nicht darum. die Angst als solche zu bekämpfen, sondern die übertriebene Angst, die sinnlose Angst, die schädliche und lähmende Angst. Es gibt deshalb eine Optimale Höhe der Angst die ich täglich in meinem Laufzettel unter der Kurzbezeichnung OHA messe und auf der richten Höhe zu halten versuche. Die Skala geht von 0 für optimale Höhe der Angst über +1 für zu hohe Angst, +2 viel zu Hohe Angst bis +3 für sehr viel zu hohe Angst. Auf der anderen Seite geht es von -1 für zu geringe Angst über -2 viel zu geringe Angst bis -3 sehr viel zu geringe Angst. Wenn ich zuviel Angst habe, mache ich ein + auf den Zettel hinter die Kurzbezeichnung OHA. Wenn ich zuwenig Angst habe mache ich ein - auf den Zettel. Je nach Stärke oder Unstärke der Angst können auch mehrere + oder - hingeschrieben werden. Wenn ich die optimale Höhe der Angst habe, was mit der Zeit wirklich zu einem starken Motivationsziel und Erfolgserlebnis wird, dann mache ich einen Punkt auf den Zettel hinter dem OHA. Abends ermittle ich dann ob ich insgesamt zuviel, zuwenig oder die optimale Höhe der Angst hatte, indem ich die Summe aus + und - einfach zusammenrechne und aus der Summe einschätze, was dies auf der Skala von -3 über 0 bis +3 ist. Dann trage ich z.B. +2 für in der Summe viel zu hohe Angst in die täglich zu führende Liste ein und versuche am nächsten Tag erneut mehr in Richtung optimale Höhe der Angst also einem Wert von Null zu kommen. Die Situationen, in denen man die optimale Höhe der Angst erreicht, haben keinen Einfluss auf diese Summe, da sie ja Null darstellen. Damit aber der Erfolg, dass man vielleicht 5 x am Tag die optimale Höhe der Angst erreicht hat, obwohl der Tag z.B.in der Summe mit zuviel Angst verbunden war,  nicht in Vergessenheit gerät, muss man in die täglich und für jeden Monat zu führenden Liste neben der ermittelten Tagessumme auch die 5 Punkte eintragen. So kann man noch Wochen und Monate später den Erfolg genießen, dass man an einem Tag vielfach die richtige Höhe der Angst erreicht hat. Dies ist dann ermutigend, wenn man Rückfälle in die unkontrollierte Angst hat. Man kann dann in die Liste schauen und sieht, dass man es schon häufig geschafft hat. Und dann versucht man dieses Ziel wieder zu erreichen und wenigstens in einzelnen Situationen oder Stunden wieder die optimale Höhe der Angst zu erreichen. Was mich zu Beginn der Listenführung wirklich erstaunte war, dass ich in sehr gefährlichen Situationen viel zuwenig Angst hatte. Da bin ich in Gedanken direkt hinter einer Kurve über eine stark befahrene Straße gelaufen. Erst danach ist mir klar geworden, dass das lebensgefährlich war. Aber da hatte ich keine Angst, weil ich in Gedanken nur mit vergleichsweise lächerlichen Ängsten beschäftigt war. Leider ist die Angst eine komplexe Sache. Man muss die optimale Höhe der Angst tagtäglich neu einschätzen. In ähnlichen sozialen Situationen kann eine bestimmte Höhe der Angst zu hoch oder zu gering sein. Wenn z.B. der Chef in der Nähe ist, sollte man lieber etwas zuviel als zuwenig Angst haben. Man muss täglich neu darum kämpfen die optimale Höhe der Angst zu finden. Dies ist leider das Schicksal von uns schwachen Menschen. Wir müssen immer die Situation beobachten und einschätzen und unsere Angst anpassen, wie das Zebra, dass auch während des Fressens die Raubtiere immer beobachten muss. Natürlich gibt es auch viele Situationen in denen man Null Angst haben darf, weil es überhaupt keine Gefahr gibt. Das sind die schönsten Zeiten. Aber zugleich kann das natürlich nicht die überwiegende Zeit so sein. Wenn wir das nicht wahrhaben wollen und die Angst durch Alkohol, Drogen, Beruhigungs- mittel oder Illusionen, wie sehr positives Denken, völlig abtöten, sind wir wie besoffene Zebras inmitten der Raubtiere. Und erwartet keine Gnade von den Raubtieren, denn ihre Natur kennt keine Gnade. Man muss sich also dieser Angst stellen, da sie begründet ist. Die Kunst allein ist es täglich und für jede neue Situation die optimale Höhe der Angst zu finden. Wer das täglich aufs Neue schafft ist ein König unter den Schwachen, denn die meisten werden zuerst von ihrer Angst gefressen und danach von den Raubtieren (den Starken, den Konkurrenten, dem Leben) weil sie nicht das richtige Maß der Angst finden und weil sie die Angst nicht ertragen können.

26.12.07 19:27
 


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bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Peter (22.10.17 05:34)
Was xD

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